Dieses Blog soll meine Pläne zur Umsetzung eines Wunsches von mir dokumentieren: den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu gehen. Außerdem soll es auch die Erfahrungen auf dem Weg selbst und bildhafte Eindrücke vermitteln. Da die Reise nach Santiago auch ein persönlicher Lebensweg ist, soll dieses Blog aber auch persönliche Aspekte aus meinem Alltagsleben und meine Gedanken umfassen.
Samstag, 21. Juli 2007
Los geht's!
Ich hatte im März viele Ziele und Pläne, die ich bis zur Abreise verwirklichen wollte. Viele davon sind erfüllt, andere konnte ich weniger konsequent umsetzen. Was meine Dissertation betrifft, so finde ich, dass ich an einem guten Punkt angekommen bin. Die Vorbereitungen dafür sind abgeschlossen und im Herbst kann ich dann richtig einsteigen. Auch eine Bewerbung für ein Stipendium ist auf dem Weg. Mit den sonntäglichen Wanderungen in der letzten Zeit und dem anfänglichen Laufen habe ich mich auch konditionell verbessern können. Und meine Beziehung zu Gott hat durch viele kleine Impulse wieder an Qualität gewonnen, was mich sehr freut. Leider habe ich es nicht mehr geschafft, etwas intensiver Spanisch zu lernen. Das könnte also eine Herausforderung werden. Ich hoffe mal, dass ich mit Englisch auch einigermaßen weiterkomme.
Wenn ich so auf diese Vorbereitungsphase zurückblicke, fühle ich mich in meiner Absicht, nach Santiago zu pilgern, bestärkt. Nach wie vor bin ich gespannt, was für ein Abenteuer dies werden wird, welche Menschen ich treffe, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen werde, wieweit ich mich mit dem niedrigen Lebensstandard arrangieren kann, was der Weg mit mir und aus mir macht, wie ich Gott begegne, wo ich helfen kann und wo mir geholfen wird. All das und noch viel mehr löst in mir eine gewisse Spannung aus. Vor einigen Monaten habe ich geschrieben, dass immer bei dem Gedanken an die Reise auf dem Jakobsweg mein Herz hüpfen würde. Ehrlich gesagt, heute, einen Tag vor der Abreise ist das nicht mehr so. Ich bin leicht aufgeregt, auch etwas ängstlich, aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, diese Pilgerreise machen zu wollen und auch zu müssen. Deshalb fasse ich mich an dieser Stelle jetzt auch relativ kurz und sage nur: "Los geht's. Santiago ist zwar noch weit weg, aber der Himmel ist ganz nah."
Ich denke an Euch und grüße alle ganz lieb,
Euer Dirk
Sonntag, 24. Juni 2007
Noch 4 Wochen
gibt sich ganz in die Hände Gottes und vertraut darauf, dass er als "Reiseleiter" alles fest im Griff hat. Ich kann von mir behaupten, dass ich beide Möglichkeiten beanspruche. Viele Dinge sind geplant und durch die bisherigen Vorbereitungen versuche ich, meine Unsicherheit einzugrenzen. Zu einem großen Teil aber lege ich diese Pilgerreise ganz in die Hände Gottes und lasse damit den Dingen ihren Lauf. Ich werde sehen, was am Ende dieses Projektes steht.Donnerstag, 24. Mai 2007
Noch 8 Wochen
Tagen habe ich mir Wanderschuhe gekauft (Bild links). Es handelt sich um Wanderschuhe der Firma Raichle. Ich habe bereits eine kleinere Wanderung mit ihnen unternommen und hatte jedenfalls dabei keine Probleme mit den Füßen. Bis zum Start am Jakobsweg werden aber noch einige kleinere Wandertouren folgen, um die Füße noch besser an die Schuhe zu gewöhnen.
n. Das ist der berühmte Pilgerausweis (Bilder rechts), den jeder Pilger haben sollte, um sich in den Herbergen auszuweisen und einen Schlafplatz zu bekommen. In den Ausweis kommen dann auch die Herbergsstempel, über die man dann den zurückgelegten Weg nachweisen kann. Ich habe mich bezüglich dieses Ausweises an die Fränkische St. Jakobusgesellschaft in Würzburg gewandt. Man kann ihn aber wohl auch zu Beginn des Pilgerweges in einer Herberge bekommen. Ich kann aber an dieser Stelle die Fränkische St. Jakobusgesellschaft nur empfehlen, denn mit dem Pilgerausweis kam auch ein ganzes Bündel sehr nützlicher Informationen, wofür ich sehr dankbar bin. Dazu gehören zum
Beispiel eine Checkliste zum Packen des Rucksacks, eine allgemeine Beschreibung, was ein Pilger so braucht, Informationen zu einzelnen Stationen des Weges (Entfernungen, Herbergsinformationen), eine Literaturliste zum Jakobsweg etc. Die Fränkische Jakobusgesellschaft findet man auch im Internet unter: www.jakobus-gesellschaften.de So, damit seid Ihr wieder alle auf dem Laufenden, was die Vorbereitungen betrifft. In Kürze wieder etwas mehr zum Jakobsweg selbst und zu meinen persönlichen Zielen bis zur Abreise.
Freitag, 11. Mai 2007
Apropos Jakobsweg - Wer ist eigentlich Jakob?
Jakobus (Bild links) war ein Sohn des Fischers Zebedäus und hatte sich zusammen mit seinem Bruder Johannes Jesus angeschlossen und beide waren ihm als Apostel nachgefolgt. Weil Jakobus und Johannes von stürmischem Gemüt waren - also öfter mal aufbrausend und sehr enthusiastisch - nannte Jesus die beiden "Donnersöhne". Im Laufe der Zeit wurde Jakobus zusammen mit Johannes und Petrus zu einem guten Freund und Vertrauten von Jesus. Dies wird daran deutlich, dass er bei vielen Gelegenheiten (Verklärung auf dem Berg, letzter Abend vor der Verhaftung Jesu) in der unmittelbaren Umgebung von Jesus auftaucht. Aber auch Jakobus hat Jesus in der wichtigen Stunde seiner Verhaftung verlassen und sich versteckt, was eben auch seine menschliche Schwäche zeigt. 
Montag, 30. April 2007
Reiseplanung II
- Abflug am 22.07.07 um 18:35 von Nürnberg mit Air Berlin
- Ankunft am 22.07.07 um 19:55 in Paris Charles de Gaulle (Kosten Flug inkl. Gebühren 29,- €)
- Übernachtung auf dem Flughafen Paris Charles de Gaulle
- mit RER B (eine Art S-Bahn) vom Flughafen Charles de Gaulle in die Innenstadt von Paris (Saint-Michel Notre Dame) (Abfahrt am 23.07.07 gegen 5:30, dauert ca. 35 min. und kostet ca. 7,50 €)
- mit METRO (Linie 4 Richtung Porte d'Orléans) von Saint-Michel Notre Dame nach Montparnasse-Bienvenüe (dauert ca. 10-15 min.; keine Ahnung was das kostet)
- um 7:15 mit dem TGV von Paris Montparnasse 1 et 2 nach Bayonne (Ankunft um 12:03, direkte Verbindung und kostet im Internet 27,90 € in der 2. Klasse)
- um 14:37 mit ter/SNCF (frz. Zug) von Bayonne nach St-Jean-Pied-de-Port (Ankunft um 15:50, kostet 8 €)
Der Rückflug ist im Vergleich zur Hinreise wesentlich einfacher und sieht derzeit folgendermaßen aus:
- Abflug am 04.09.07 von Santiago de Compostela um 17:10
- Zwischenlandung in Palma de Mallorca um 18:45
- Weiterflug nach Nürnberg um 21:50
- Ankunft in Nürnberg am 04.09.07 um 23:55 (Kostet inkl. aller Gebühren bei Air Berlin 212 €)

Soweit die derzeitigen Reiseinformationen. Zum Abschluss mal noch ein Bild von dem Ausflug, den ich am vergangenen Wochenende mit meinen Eltern zur Vogtlandarena in Klingenthal gemacht habe. Dies ist eine ganz neue und sehr moderne Skisprungschanze und wir standen ganz oben!!! Ist ein tolles Erlebnis und nur zu empfehlen. Da merkt man mal, was die Skispringer leisten.
Herzliche Grüße,
Euer Dirk.
Mittwoch, 25. April 2007
Buen camino, Dominik
Ich habe nach dem Lesen Deines Kommentars natürlich gleich mal die Ryan-Air Angebote gecheckt und für mich wäre dies nicht so ganz die optimale Lösung, weil ich dann ja erst noch irgendwie nach Frankfurt Hahn kommen müsste und ich glaube, dass dies bei den Preisen der Deutschen Bahn im Endeffekt nicht billiger wäre, als die Zugreise von Paris nach Bayonne in Frankreich. Wie auch immer, es ist interessant eine Alternative zu kennen.
Du hast geschrieben, dass Du in drei Tagen auch auf dem Camino Frances unterwegs bist. Klingt spannend und ich will ja auch diesen Weg gehen. Ich wünsche Dir jedenfalls eine richtig gute Zeit und einen möglichst unfallfreien Weg. Bin gespannt, ob Du dann mal wieder einen Kommentar hinterlässt.
Buen camino, Dominik. Bis bald,
Dirk.
Dienstag, 24. April 2007
Reiseplanung I
Für die Hinreise hatte ich zuerst eine Option geplant, von Nürnberg mit Air Berlin nach Bilbao zu fliegen und von dort aus mit dem Zug oder dem Bus zurück nach St-Jean-Pied-de-Port in Frankreich zu fahren. Dies wäre an sich relativ preiswert gewesen und hätte circa 100 Euro gekostet. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Zugverbindungen in Spanien und vor allem in dieser Region etwas undurchsichtig und zeitlich ungünstig sind, so dass ich sicher wenigstens einmal auf dieser reinen Zubringerstrecke hätte übernachten müssen. Dadurch wären dann sicher weitere Kosten entstanden. Auch mit dem Bus wäre dies nicht viel besser gewesen. Ich habe mir dann als Alternative gedacht, ich könnte auch einfach von Nürnberg nach Paris fliegen und von dort aus mit dem Zug nach Bayonne und dann weiter nach St-Jean. Es stellte sich heraus, dass Air Berlin tatsächlich Billigflüge von Nürnberg nach Paris Charles de Gaulle (1 Euro plus Steuern und Kerosinzuschlag zusammen 29 Euro) anbietet. Weiterhin scheinen auch die Zugverbindungen innerhalb Frankreichs nicht so teuer zu sein (einfache Fahrt von Paris Montparnasse nach Bayonne in der 2. Klasse des TGV für 27,90 €). Insgesamt käme ich also bei dieser Variante viel billiger. Zwar beinhaltet dies eine Nacht auf dem Flughafen von Paris zuzubringen, aber das nehme ich für ein paar Euro weniger gerne in Kauf. Ich habe mich daher für diese Variante entschieden und diesen Flug gebucht. Ich werde also am 22. Juli abends von Nünberg nach Paris fliegen und am nächsten Morgen mit dem Zug weiter nach Bayonne fahren. Gegen Mittag werde ich dann St-Jean-Pied-de-Port erreichen. Dieser kleine Ort ist der Beginn des Jakobsweges, den ich gehen werde.
Die Rückflugvariante ist wesentlich einfacher: Air Berlin bietet nämlich auch Rückflüge direkt von Santiago de Compostela nach Nürnberg an. Zwar haben die eine Zwischenlandung auf Mallorca, aber das stört mich nicht (war eh noch nie auf Malle, will aber eigentlich auch nicht hin). Der Rückflug kostet mich inklusive aller Nebenkosten ca. 212 € und findet am 4. September statt.
Beide Flüge habe ich bereits gebucht und wahrscheinlich werde ich morgen die Bestätigungen erhalten. Damit ist der Rahmen für den Jakobsweg gesetzt. Als nächstes werde ich mich um das Ticket im TGV bemühen um die Reiseplanung soweit abzuschließen. Wenn dies getan ist, werde ich mich um die Ausrüstung kümmern. Natürlich darf ich über all dem nicht meine anderen Ziele vergessen. Ich werde weiter an der Dissertation arbeiten, meine Laufziele anstreben und versuchen meine "geistige Kondition" zu verbessern. Einige dieser Ziele habe ich in den vergangenen Tagen etwas vernachlässigt, so dass ich da wieder etwas mehr Gas geben muss. Mehr Infos auch zum Jakobsweg selbst folgen in Kürze. Bis bald also.
Euer Dirk
P.S.: Ich würde gerne das Blog mit Bildern vom Jakobsweg gestalten und an sich liegen mir dazu auch ein paar schöne Bildbände vor, doch ich möchte nicht gegen das Urheberrecht verstoßen und mir damit Ärger aufhalsen. Ich werde daher an dieser Stelle noch keine Bilder dazu veröffentlichen können. Sobald ich den Weg aber gegangen bin, werde ich meine eigenen Bilder gerne noch hier platzieren.
Donnerstag, 19. April 2007
Starterlaubnis erteilt
Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ich nun die offizielle Erlaubnis bekommen habe, für 6 Wochen unterwegs und beurlaubt zu sein. Damit kann die Planungsphase beginnen. In den nächsten Tagen werde ich also Hin- und Rückreise planen und dann auch gleich den günstigsten Weg buchen, damit das ganze auch einen Rahmen erhält. Weiteres dazu findet Ihr immer wieder hier.
Bis dahin,
Euer Dirk.
Dienstag, 17. April 2007
Entscheidung
Freitag, 6. April 2007
Zeichen

Dienstag, 3. April 2007
Ziele
Immer wieder wenn ich daran denke, dieses Jahr noch nach Santiago zu pilgern hüpft mein Herz und ich bin wirklich motiviert das zu tun. Ich brenne darauf, wieder ein Abenteuer zu erleben und freue mich auf die Abwechslung und bin auf die Konsequenzen gespannt. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, den ich heute mal etwas ausführlicher skizzieren will. Im Moment plane ich meine Abreise für den 24. Juli und hoffe, am 4. September wiederzukommen. Dies ist im Grunde das einzige Zeitfenster, das sich für dieses Projekt bietet. Am 21. Juli enden offiziell die Vorlesungen und am 7. September muss ich wieder da sein, um an einer Konferenz teilzunehmen. Ich habe mehrfach gelesen, dass man sich für den gesamten Jakobsweg sechs Wochen Zeit nehmen sollte, und dies wäre dann genau in diesem Zeitfenster möglich.
Aber wie gesagt, es ist noch ein weiter Weg bis dahin, denn ich habe mir bis zur Abreise noch einige persönliche Zielsetzungen gestellt, die ich erreichen möchte. Darüber hinaus stellen sich noch einige logistische Probleme, die ebenfalls bis dahin gelöst sein sollten. Doch zunächst erst einmal zu den persönlichen Zielen:
Das Wichtigste ist, dass ich bis zur Abreise einige wichtige Arbeitsschritte für meine Promotion bewältigt habe. So hoffe ich, bis dahin die Sekundärliteratur zu meinem Thema vollständig sondiert zu haben, wichtige Quellenstandorte identifiziert zu haben, verschiedene Anträge auf Stipendien eingereicht zu haben und darauf eventuell bereits eine Reaktion erhalten zu haben. Ich halte diese Zielsetzungen für durchaus realistisch und möchte sie erledigt haben, um die Pilgerreise in gewisser Weise unbelastet beginnen zu können. Die Stipendienanträge und deren Bescheide sollen hingegen auch eine Perspektive über "Santiago" hinaus bieten. Außerdem denke ich, dass diese Zielsetzung auch die nötige Motivation bietet, um die vor mir stehenden Aufgaben zu bewältigen. Im Klartext: Wenn ich weiss, dass ich Ende Juli die Reise zum Sternenfeld antreten will, bin ich motiviert, die Aufgaben bis dahin zu erledigen.
Neben dieser wichtigen Zielsetzung gibt es noch einige andere. So möchte ich bis Ende Juli wenigstens ein paar Grundlagen in Spanisch erlernen, um mich auf der Reise in der Landessprache verständigen zu können. Ich mache das nicht, weil ich es als notwendig erachte. Sicher kommt man oft auch mit Englisch weiter, aber ich denke mal, dass es angenehmer ist, ein wenig die Landessprache zu kennen. Immerhin, die Sprache ist der Schlüssel zu einer Kultur. Naja, aber ich erwarte nicht, bis dahin galizisch erlernt zu haben. ;) Spanisch muss erstmal reichen.
Außerdem möchte ich durch regelmäßiges Lauftraining auch eine gewisse Kondition aufbauen, die mir bei der Bewältigung von 800 km in sechs Wochen sicher nicht schaden kann. Dabei geht es mir nicht darum, so schnell wie möglich den Weg zu absolvieren. Das wäre sicher falsch. Vielmehr möchte ich mich auf die Eindrücke des Weges konzentrieren können, ohne dabei daran denken zu müssen, dass ich das ganze konditionell ja doch nicht schaffe. Außerdem möchte ich mich nicht, wie Herr Kerkeling, dabei ertappen, einige Etappen des Weges mit dem Bus gefahren zu sein (aber kein Vorwurf an Herrn Kerkeling) ;).
Und noch ein persönliches Ziel soll für die Zeit vor der Reise gelten. Ich möchte versuchen, schon in der Vorbereitung der Reise wieder einen besseren Draht zu Gott zu bekommen, denn, hey, es reist sich einfach besser, wenn die wichtigste Person von Anfang an dabei ist und nicht erst irgendwo auf dem Weg dazukommt. Wie das im Einzelnen funktionieren wird, weiss ich noch nicht, wird sich aber zeigen. Die Fortschritte oder auch Rückschläge beim Erreichen dieser Ziele möchte ich gerne auch hier im Blog dokumentieren.
Noch ein Wort zu den logistischen Zielen. Natürlich muss so eine Reise finanziert werden. Daher wird es wichtig sein, bis zum Reiseantritt das nötige Kleingeld zusammenzukratzen. Auch wenn das Pilgern im Vergleich zu anderen Reisen nicht teuer ist, so kostet es dennoch Geld. Außerdem brauche ich auch einiges an Material für die Pilgerreise, das auch erst einmal zusammengetragen werden muss. Wie diese logistischen Ziele im Einzelnen aussehen und welche positiven Zeichen ich bisher für mein Projekt erhalten habe, werde ich aber in einem späteren Posting mal schildern. Dieses hier ist schon so lang. Bis zum nächsten Mal,
Euer Dirk.
P.S. Es regnet nicht mehr. :)